Stefan Reichhart, ehemaliger Schüler des Heilig Geist Gymnasiums, verbindet NS-Geschichte mit regionaler Erinnerungskultur. Mit seinem Roman „Es blieb nur die Flucht“ legt er ein eindrucksvolles Werk vor, das auf wahren Begebenheiten beruht und tief in die bewegte Zeit des Nationalsozialismus führt.
Im Mittelpunkt des biografischen Romans stehen zwei Lebenswege, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Auf der einen Seite Menschen, die Widerstand leisten und verfolgt werden, auf der anderen Seite die Verstrickung in das nationalsozialistische System. Reichhart zeichnet dabei persönliche Schicksale nach und macht deutlich, wie sehr die großen historischen Ereignisse das Leben einzelner Menschen geprägt haben.
Besonders spannend ist der enge regionale und lokale Bezug des Romans. Die Handlung führt in die unmittelbare Umgebung des Heilig Geist Gymnasiums und spürt auch die Geschichte des Spiritaner Kloster Broich auf.
Bei den geplanten Lesungen nimmt Reichhart die Zuhörer und Zuhörerinnen nicht nur mit in die Welt seines Romans, sondern berichtet auch über die historischen Hintergründe und seine intensive Recherche zu seinem Werk. Damit werden die beiden Veranstaltungen weit mehr als eine klassische Autorenlesung. Sie laden dazu ein, Geschichte aus einer persönlichen Perspektive neu zu entdecken, lokale Spuren aus der Vergangenheit wahrzunehmen und sich mit der Verantwortung heutiger Erinnerungskultur auseinanderzusetzen.
Die zweite Lesung in Kooperation mit der Buchhandlung Schillings findet am Donnerstag, 26. November, um 19 Uhr im Großen Saal des Alten Rathauses Würselen in Würselen statt.
